Vor langer Zeit war es einmal so weit: Die Tanzsparte des T.H.-Eilbeck führte das klassische Ballett Dornröschen auf. Nach wochenlangen Proben, der Suche nach den passenden Kostümen und vielen kreativen Ideen war der große Moment endlich gekommen. Wir durften auf die Bühne gehen.
Vielen war gar nicht bewusst, was wir an diesem Wochenende gemeinsam auf die Beine stellen würden, wie viel Unterstützung wir erhalten haben und wie schön es sein würde, die strahlenden Gesichter der Kinder und Jugendlichen zu sehen. Insgesamt waren mehr als 120 Kinder und Jugendliche als Erwachsene auf, neben und hinter der Bühne beteiligt. Doch beginnen wir von vorne: Im Sommer 2024 entschieden wir gemeinsam mit dem Verein, an welchem Wochenende die große Aufführung stattfinden sollte.
Hätten wir damals schon gewusst, dass es das heißeste Wochenende des Jahres 2026 werden würde, hätten wir uns vermutlich anders entschieden.
Die Monate vergingen, und Anfang 2025 wurden die ersten Ideen und Gedanken festgehalten. Auch die ersten Musiktitel wurden ausgewählt. Bei diesem Stück war das allerdings die leichteste Aufgabe, denn Pjotr Iljitsch Tschaikowski hatte bereits vor über 130 Jahren die musikalische Grundlage für dieses klassische Ballett geschaffen.
Wieder vergingen einige Monate, bis schließlich der Tag kam, auf den alle gewartet hatten. Weihnachten? Fast. Es war der Tag, an dem bekannt gegeben wurde, welches Stück wir tanzen würden. Die Freude war riesig – vor allem darüber, welche Rolle jede und jeder bekommen hatte. Wir nahmen uns viel Zeit, die Geschichte gemeinsam durchzugehen, denn sie ist an manchen Stellen spannend und durchaus dramatisch. Die Kinder und Jugendlichen verstanden schnell, dass sie eine Rolle spielen und die selber natürlich nicht gemein, böse oder zaubern können, doch auf einer Bühne ist das durchaus möglich. Der Probenprozess begann. Für manche Kinder dauerte er gefühlt viel zu lange. Woche für Woche kam die gleiche Frage: „Stehen wir dieses Wochenende auf der Bühne?“ Nach einer gefühlten Ewigkeit, als endlich auch geklärt war, welche Frisuren getragen werden durften und ob geschminkt werden würde, fand die erste Bühnenprobe statt. Das war besonders aufregend, denn auf einer großen Bühne ist
alles anders als im Tanzsaal. Danach hieß es erneut: Geduld haben. Währenddessen verloren wir Tanzlehrerinnen die Wettervorhersage keine Sekunde aus den Augen. 40 Grad an beiden Aufführungstagen. Was sollten wir tun? Für uns war die Entscheidung klar: Die Veranstaltung findet statt. Wir hatten so viel Zeit, Geld und organisatorische Arbeit investiert, dass eine kurzfristige Verschiebung oder gar Absage unmöglich gewesen wäre. Zum Glück fand unsere Veranstaltung in einer Halle statt, geschützt vor der direkten Sonne. Außerdem hatten wir Zugang zu kaltem Wasser und Kühlschränken.
Zwischendurch hatten wir das Gefühl, Vertreter für Ventilatoren zu werden, denn die Eltern haben alles gegeben, um die Temperaturen für uns etwas erträglicher zu machen.
Aber seien wir ehrlich: An diesem Wochenende wäre es überall heiß gewesen.
Am Ende war es ein voller Erfolg. Die Kinder und Jugendlichen waren mit Begeisterung dabei, unglaublich aufmerksam und haben ihr Bestes gegeben. Natürlich war es für alle warm, doch tatsächlich war es auf der Bühne oft sogar angenehmer als hinter den Kulissen.
Ob wir so etwas wieder machen würden? Aber natürlich! Wir geben unser Bestes um nicht wieder ein Wochenende auszusuchen wo jeder Kühlschrank an seine Grenzen kommt. Jetzt müssen wir uns nur noch bis 2028 gedulden, wenn es wieder heißt: „Es war einmal …“
